Erfahrungsbericht – Schreikind und Kaiserschnitt

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Erfahrungsbericht – Schreikind und Kaiserschnitt 2017-08-20T14:48:42+00:00

Erfahrungsbericht –
Schreikind und Kaiserschnitt

Andrea Müller mit Sophie Jasmin

Sophie kam am 17.03.2009 auf die Welt. Während dem 1 wöchigen Krankenhaus Aufenthalt schrie Sophie schon sehr häufig. Die Schwestern meinten Sophie hätte Probleme mit dem ersten Stuhlgang, deshalb sei sie so untuhig und würe schreien. Wenn ich dann mal eine Pause brauchte nahmen die Schwestern Sophie mit.

Als ich dann nach Hause kam hatte mein Mann 3 Wochen Urlaub. Er nahm mir die anderen 2 Kinder ab und ich konnte mich auf Sophie konzentrieren. Das Scheien des Kindes wurde immer mehr und ich hatte auch mehrmals mit meiner Hebamme telefoniert woran es denn liegen konnte. Ich probierte viele verschiedene Sachen durch, doch nichts davon brachte eine Besserung.

Als mein Mann wider zur Arbeit ging, wurde es noch schlimmer. Sophie schrie immer über mehrere Stunden und ich konnte sie nicht mehr beruhigen, nichts half. Lea (5Jahre) habe ich in meiner Hilflosigkeit ständig angeschrien und von ihr Dinge wie von einer Großen erwartet. Sie sollte ihre Schwestern betreuen und mir bei der Hausarbeit helfen. Wenn Nora (3Jahre, Down-Syndrom) irgendwas angestellt hat war Lea für mich die Schuldige, denn sie hätte ja besser aufpassen können. Nora gin mir nur noch im Weg um und ich wünschte mir dieses Kind einfach weg. Mein Mann kam nach Hause und bekam sofort den schreienden Säugling in den Arm gelegt, weil ich einfach nicht mehr konnte. Ich habe nicht mehr gekocht, den Haushalt geschafft und mich kaum noch um meine Kinder gekümmert. Sophie schrie zu diesem Zeitpunkt über 8 Stunden am Tag.

Jeder in meinem Umfeld meinte alles besser zu wissen. Ich habe zu viel innere Unruche deshalb schreit Sophie. Ich mache alles falsch und die tollen Tipps der anderen brachten meine Wut zum kochen. Jeder wusste alles besser nur helfen wollte keiner.

Ich hatte meinen ersten Nervenzusammenbruch knapp 6 Wochen nach der Geburt von Sophie. Ich wollte meine Kinder im Stich lassen und habe auch mit dem Gedanken gespielt Sophie ein Kissen auf den Kopf zu drücken damit endlich wieder Ruhe einkehrt. Als mein Mann nach Hause kam saß ich weinend in der Küche, otal überfordert, hungrig und wollte nichts mehr wisssen. Es war mir auf einmal alles gleichgültig und ich wollte nur noch meine Ruhe.

Von einer Freundin bekam ich dann die Adresse von Frau Schneider (sie selbst ist in Behandlng mit ihrem Sohn ). Ich rief in der Schreiambulanz an und bekam auch sehr schnell einen Termin. Einen Tag nach dem esten Termin versuchte ich weitere Unterstützung zu bekommen. Ich ging persönlich bei meiner Krankenkasse vorbei und habe um Hilfe gebeten. Hilfe für den Haushalt und vor allem bei den Kosten für die Schreiambulanztherapie bei Frau Schneider. Zuerst hatte man abgelehnt. Ich brach völlig verzweifelt in Tränen aus (keiner hilft wie immer). In meiner Not habe ich versucht diese Angestellte darauf aufmerksam zu machen, dass ich am Ende meiner Kräfte bin.

Als ich wieder zu Hause war meldete sich eine Mitarbeiterin der Krankenkasse, und ich schilderte ihr erneut meine Situation unter Tränen (ich war es so leid, immer wieder alles erzählen zu müssen). Sie meinte, sie würde mit dem zuständigen Sachbearbeiter sprechen, ob es eine Möglichkeit gäbe die Kosten der privaten Schreiambulanz zu übernehmen. Für die Hilfe im Haushalt müsste ich mich ans Jugendamt wenden, was ich dann auch noch am selben Tag getan habe. Über eine Einzelfallentscheidung machte die Krankenkasse es möglich die Kosten bei Frau Schneider zu übernehmen. Mir viel ein Stein vom Herzen.

Frau Schneider hat in den folgenden Monaten eine sehr gute Besserung bei meiner Sophie erreicht. Sie ist inzwischen ein sehr ausgeglichenes Mädchen. Ich würde jeder Mutter raten, mit ihrem Schreibaby diese Therapie zu machen. Dort erkennt man welche Hilfen für die Familie und vor allem für das Baby wichtig sind.
Dafür danke ich Frau Schneider von ganzem Herzen.

Andrea Müller mit Sophie