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Erfahrungsbericht – Entwicklungsbegleitung 2017-08-20T14:48:42+00:00

Erfahrungsbericht – Entwicklungsbegleitung

Bericht über meine Erfahrungen mit der EEH von Frau Schneider

Als mein Sohn Lean Matthis drei Monate alt war, jammerte er sehr viel – leise aber stetig. Außerdem bewegte er sich sehr wenig, nahm weder Blickkontakt auf noch lachte er und interessierte sich nicht für Spielzeug oder seine Umwelt. Er schien noch nicht auf dieser Welt angekommen zu sein. Ein weiteres großes Problem für mich war, dass er sehr wenig, leicht und schlecht schlief. Auch beim Stillen hatte er bis dahin keinerlei Rhythmus entwickelt. Die Erklärung dieser Probleme lag für mich in seiner stark abgeflachten und asymmetrischen Schädelform, die schon sofort nach der Geburt auffiel, sich dann aber noch weiter verschlimmerte. Deshalb war ich mit Lean in osteopathischer Behandlung, leider zunächst erfolglos.

Zu diesem Zeitpunkt suchte ich Frau Heidi Schneider auf. Gleich nach der ersten Behandlung, in der er eine Schmetterlingsmassage bekam, wurde er etwas wacher und schien leichte Entwicklungsfortschritte zu machen.

Nach ein paar Sitzungen, stellte sie fest, dass Lean Rückschritte machte und empfahl Lean beim Arzt vorzustellen. Kurz darauf, im Alter von knapp vier Monaten, erschien Lean der Ärztin bei der Vorsorgeuntersuchung U4 so auffällig, dass er sofort in die Kinderklinik Memmingen überwiesen wurde. Dort stellte sich heraus, dass er einen ernährungsbedingten Vitamin B12-Mangel hatte. Lean bekam stationär eine Woche lange dieses Vitamin substituiert und wurde anschließend vom Kinderarzt weiterbehandelt. Die Ernährung wurde umgestellt und regelmäßig der Vitamin B12-Spiegel überprüft.

Tatsächlich fing Lean kurz darauf an zu lächeln, wirkte aber dennoch sehr abwesend und desinteressiert. Er konnte zu diesem Zeitpunkt weder seinen Kopf heben noch auf dem Bauch liegen. Mit Hilfe der EEH von Frau Schneider machte er nun allerdings wieder kleine Fortschritte. Die osteopathische Behandlung blieb weiterhin wirkungslos. Ich war sehr verzweifelt und fühlte mich der ganzen Belastung nicht gewachsen. Mit Lean hatte ich sehr viele Termine, was den Versuch, endlich einen Rhythmus in Leans Leben zu bringen, schon im Keim erstickte. Am schlimmsten war jedoch, dass ich keinerlei Zugang zu meinem Kind hatte, da es immer noch sehr in seiner eigenen Welt lebte – er wirkte traumatisiert. Als Lean fünf oder sechs Monate alt war, fiel Frau Schneider anhand eines selbst gedrehten Videos auf, dass Lean seinen Kopf im Liegen stetig nach rechts und links drehte, als wollte er ihn aus irgendetwas befreien. Außerdem bewegte er die obere Körperhälfte völlig unabhängig von der unteren. Da Lean mit einem sehr deformierten Schädel zur Welt kam, entstand nun die Annahme, dass er im Mutterleib noch vor dem Geburtsvorgang in meinem Becken festsaß, vielleicht durch den Vitamin B12-Mangel das Gehirn keinen Gegendruck aufbauen konnte, und Lean durch dieses Feststecken ein Trauma erlitt. Um die traumatischen Erlebnisse aufzuarbeiten, führte Frau Schneider die erste Polarity an Lean durch. Dabei hielt sie bestimmte Punkte an seinem Kopf und seinem Körper mit ihren Fingern, bis sie über seinen Knochen eine Pulsation spürte. Er reagierte mit panischem Geschrei, was ich von ihm gar nicht kannte, da er ja bis dahin immer nur jammerte und wimmerte. Er ließ sich durch nichts, was ich tat, beruhigen. Nach einiger Zeit war ihm nicht mehr zuzumuten und Frau Schneider unterbrach die Polarity. Ich war sehr verzweifelt, da ich das Gefühl hatte, ich könne nicht zu Lean durchdringen und ihn so wie er war, nicht annehmen. Weiterhin fiel auf, dass Lean auf jede meiner Sorgen sofort mit einem weiteren Rückzug in seine Welt reagierte. Frau Schneider erklärte mir, dass es für Lean sehr wichtig sei, auch mich zu behandeln. So käme ich wieder ins innere Gleichgewicht und würde zu einer Stütze für Lean. Weiterhin würde sich meine Bindung zu Lean stärken bzw. bilden.

Bei der nächsten Polarity verfiel Lean abermals in panisches Geschrei, doch reagierte er auf meinen Gesang. Frau Schneider erhielt eine Pulsation, was anzeigte, dass sich etwas in ihm gelöst hatte und er beruhigte sich so sehr, dass er sogar einschlief. Als er wieder wach wurde, blickte er mich zum ersten Mal intensiv an, was ein sehr schönes, neues Gefühl war. Erstaunlich war weiterhin, dass der Osteopath ab diesem Moment eine deutliche Veränderung in Leans Kopf bemerkte. Plötzlich ließen sich Blockaden lösen. Während der darauffolgenden, sehr nahe beieinander liegenden osteopathischen Termine harmonisierte sich Leans Schädel sichtbar.

Zunächst stagnierte Leans Entwicklung, da die osteopathischen Behandlungen – vorwiegend an seiner empfindlichsten Stelle, dem Kopf – ihn beinahe überlastet hätten. Doch nachdem die einzelnen Termine in immer größeren Abständen gelegt werden konnten, fing er im Alter von ca. sieben bis acht Monaten endlich (!) an, wenige Dinge festzuhalten. Dabei verwendete er stets nur die linke Hand. Über eine nur rechtsseitige Schmetterlingsmassage aktivierte Frau Schneider die andere Körperhälfte so, dass er anfing, auch die rechte Hand zu benutzen. Inzwischen, mit über 2 ½ Jahren, ist er mit der rechten Hand geschickter, die er auch überwiegend benutzt.

Lean blieb nun auch immer länger in Bauchlage liegen, konnte sich dennoch nicht vom Bauch auf den Rücken drehen. Weiterhin fiel auf, dass Leans weitere Fortschritte stets von Rückschritten begleitet wurden. Dies zu akzeptieren fiel mir sehr schwer, da meine Angst vor dem Ausbleiben weiterer Fortschritte dadurch groß wurde. Somit suchte auch ich regelmäßig Frau Schneider auf, die mir durch Gespräche allmählich Klarheit über mich verschaffte und mich stärkte, wann immer ich verzweifelte. Im nächsten Jahr lernte Lean auch mit Hilfe von Krankengymnastik zu sitzen (10 Monate), zu krabbeln (12 Monate) und zu laufen (18 Monate). Begleitet wurde er dabei stets durch Frau Schneider. Trotzdem tat sich in seiner sprachlichen Entwicklung nur sehr wenig. Im Alter von einem Jahr gab er kaum Töne von sich und reagierte auch nicht, wenn mit ihm gesprochen wurde. Daher empfahl uns Frau Schneider ergänzend zu ihren Behandlungen die Analytische Hörtherapie nach Tomatis von Dr. Dirk Beckedorf. Mit fast 17 Monaten begann er die erste Hörphase, die sich sowohl auf seine körperliche Spannung als auch auf seine Emotionalität und seine Sprache auswirken sollte. Tatsächlich fing er während dieser zwei Wochen an frei zu stehen und machte kurz darauf, direkt nach einer weiteren Behandlung von Frau Schneider, seine ersten freien Schritte. Parallel dazu entwickelte sich eine tiefere Bindung zwischen Lean und mir. Zuvor war es ihm egal, ob ich mit ihm in einem Raum war, doch nun wollte er stets bei mir sein. In den nächsten Monaten folgten weitere Hörphasen, die in Kombination mit der EEH zu einer weiteren Vertiefung der Bindung zwischen mir und Lean führten und Leans Gesicht immer lebendiger werden ließen. Im Alter von 20 Monaten fing er an zu verstehen, so dass ich nicht mehr das Gefühl hatte, nur mit einer „Wand“ zu reden. Dr. Beckedorf bestätigte, dass Kinder, die gleichzeitig bei Frau Schneider und bei ihm behandelt werden, die größten Fortschritte machten.

Ebenfalls im Alter von ca. 20 Monaten „ging Lean das erste Mal durch die Geburt“. Dabei wurde der Geburtsvorgang nachgestellt. Frau Schneiders Theorie war, dass Lean bei und vor der Geburt feststeckte, was sich auf sein ganzes Leben auswirken würde, nämlich indem er auch dort immer wieder feststeckte. Bei Lean war tatsächlich auffällig, dass sich über einen längeren Zeitraum in seiner Entwicklung kaum etwas tat, er also „feststeckte“. Indem er den Geburtsvorgang immer wieder durchmachen sollte, würde er lernen, wie er ohne fremde Hilfe und ohne festzustecken die Geburt bewältigen könne. Ausgelöst wurde die Geburt, indem Frau Schneider bestimmte Punkte an Leans Kopf hielt. Dadurch fing er an zu schreien und versuchte sich wegzuschieben. Nun sollte er durch die gekreuzten Beine von Frau Schneider zuerst mit dem Kopf, dann mit dem restlichten Körper hindurch. Dabei wurden durch Druck auf seinen Körper Wehen simuliert und durch das Drücken seiner Beine gegen seinen Körper die Enge im Mutterleib nachgestellt. Ich empfing ihn dann am Ende der Passage. Anfangs dauerte „seine Geburt“ sehr lange, ca. 1 ½ Stunden. Außerdem schaffte er die Passage nur mit Hilfe von außen. Immer wieder machte er lange Pausen, in denen er nichts tat, er also nicht weiterkam. Doch je öfter wir diesen Vorgang wiederholten, umso weniger Hilfe benötigte er und umso schneller schaffte er die Passage. Zuletzt „flutschte“ er aus eigener Kraft in ca. 15 Minuten durch Frau Schneiders Beine hindurch.

Tatsächlich bestätigte sich auch die Theorie, dass er nun nicht mehr in seiner Entwicklung feststecken würde. Seither konnte ich bei ihm keinen einzigen Rückschritt mehr beobachten, dafür kontinuierliche, auch größere Entwicklungsschritte. Dies führte dazu, dass er seinen Entwicklungsrückstand allmählich aufholen konnte. Ein weiterer für mich toller Nebeneffekt war, dass Lean nach dem zweiten Geburtsvorgang plötzlich durchschlief und ca. 2 Stunden täglich länger schlief als die ganzen Monate zuvor. Dies hat bis jetzt, 1 Jahr später, angehalten.

Als Lean knapp zwei Jahre alt war, schickte uns Frau Schneider zu Frau Kniebühler, einer Logopädin. Diese meinte, dass ein Grund für Leans fehlende Sprache seine schlechte Mundmotorik wäre. Sie zeigte mir Massagen nach Castillo Morales, die ich nun mehrmals in der Woche mit ihm durchführte. Dadurch sollte er einen Zugang zu seiner Gesichtsmuskulatur finden. Parallel dazu konzentrierte sich auch Frau Schneider auf sein Gesicht und zunehmend auch auf seinen Mund. Sie führte mehrere Polarities an Leans Kopf durch. Zunächst stellte sie dabei fest, dass alles sehr blockiert und unbeweglich war. Wurde Lean an den besonders betroffenen Punkten berührt, schrie und wehrte er sich mit großer Kraft, bis Frau Schneider eine Pulsation spürte. Allmählich wurde Leans Gesicht weicher und sein Mund formte bisher ungekannte Laute. Auch Frau Kniebühler bestätigte größere Fortschritte, seit Frau Schneider diese Art von Behandlung begonnen hatte. Die Logopädin konnte nun viel effektiver mit Lean arbeiten. Ein Dreivierteljahr nach Beginn der Logopädie versteht Lean nun fast alles, erfasst auch größere Zusammenhänge und versucht sich immer gezielter mitzuteilen. Frau Kniebühler attestiert ihm ein gutes Gedächtnis und eine gute Intelligenz. Sie geht davon aus, dass er den sprachlichen Rückstand vor allem auch in Zusammenarbeit mit Frau Schneider aufholen wird. Auch das SPZ in Memmingen, das ihn im Alter von 32 Monaten nach mehr als 1 ½ Jahren erneut beurteilte, war sehr zufrieden mit seinen Entwicklungsfortschritten. Er hat nun nur noch eine sprachliche Entwicklungsverzögerung und keine allgemeine mehr. Wobei sein passiver Wortschatz sogar noch im Normbereich liegt.

Schlussendlich steht für mich und meinen Mann fest, dass Lean diese positive Entwicklung ohne die EEH durch Frau Schneider nicht geschafft hätte. Viele andere Therapien konnten dadurch optimiert und somit verkürzt werden. Außerdem konnte sich Lean mir und der Welt öffnen und geht nun sehr interessiert und neugierig auf Entdeckungsreise. Seine Persönlichkeit hat sich völlig geändert, von einem wimmernden, ängstlichen, traurigen Baby hin zu einem Kleinkind, das mit seinem Dickkopf und fröhlichen Gemüt seinen Weg gehen wird. Auch mir konnte Frau Schneider in vielen Gesprächen helfen, zu meinem inneren Gleichgewicht zurückzufinden und mein Kind mit all seinen Schwierigkeiten anzunehmen.