Bindungstraumatisierung

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Bindungstraumatisierung 2017-10-23T23:34:25+00:00

Selbstregulation und Bindung: Bindung ist die Lebensversicherung des Kindes.

Körperpsychotherapeutische Perspektiven zur Integration und Begleitung von frühen Bindungstraumatisierungen bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen:

Babys, Kleinkinder und Kinder entwickeln ihr volles emotionales, körperliches und geistiges Potential nur dann, wenn sie sich in ihren wichtigsten Beziehungen und Bindungspersonen getragen und sicher fühlen.

Die Erfahrung von sicheren Bindungen ist die Grundlage dafür, dass wir als Erwachsene unsere wichtigsten Liebesbeziehungen genießen und eine stabile und wertschätzende Beziehung zu uns Selbst führen können.

Sichere Bindungserfahrungen sind die Grundlage für geistige und emotionale Gesundheit und Lernfähigkeit.

Wir Menschen verlassen im Verhältnis zu den Säugetieren ca. 9 Monate zu früh den Körper unserer Mutter, da der Kopf des Babys sonst zu groß wäre und den natürlichen Geburtskanal nicht passieren könnte. Daddurch ist das Neugeborene mit seinem unausgereiften Gehirn viel ungeschützter, verletzlicher und unsicherer in seinen Instinkten, und somit für jede Art von Reizen und Ängsten offener als viele Tiere nach ihrer Geburt.

Ein Lebewesen ist umso mehr seiner Umgebung ausgesetzt, umso unfertiger es geboren wird. Gerade deshalb brauchen wir Menschen am Beginn unseres Lebens Schutz und Achtsamkeit durch unsere nächste Bindungsperson. Im liebevollen, sicheren und vertrauensvollen Kontakt kann unsere Umgebung dem Baby nichts anhaben. Das Bedürfnis nach einem schützenden und sicheren Körperkontakt ist riesengroß.

Sehr bedeutsam ist, dass die Säuglinge selbst bemüht sind, die Beziehung zu ihrer Schutzperson aufzubauen helfen. Sie setzen alles daran, von ihr beachtet und verstanden zu werden. Wenn das gelingt in dem Tempo, mit den Pausen, sowie die Art und Weise des Kontaktes die Babys brauchen, dann entsteht Resonanz zwischen dem Säugling und der Bezugsperson. Das Baby fühlt sich sicher, geborgen und wohl und kann sich gesund entwickeln. Es entsteht Bindungssicherheit. Der Mensch strebt ein Leben lang nach sicheren Bindungserfahrungen.

Bindung bedeutet für den kleinen Menschen Sicherheit, Schutz und damit Überleben und Entwicklung. Wenn wir uns, auch als Erwachsene, im Kontakt wohlfühlen, werden verschiedene Hormone, u.a. Glückshormone ausgeschüttet, was zu Glück und innerer Zufriedenheit führt.

Dieses Bedürfnis nach einer sicheren Bindung gilt schon für das Ungeborene. Es braucht für sein Gedeihen und Entfalten eine liebevolle und zugewandte Mama. Dadurch empfindet es sich als Willkommen. Anhaltende Ängste, andauernder Stress und negative Gedanken an das Baby dagegen wirken sich negativ auf die Erfahrung des Babys aus. Empfindet das Ungeborene die Verbindung als gefährdet, kann es sich nicht vertrauensvoll fallen lassen und nicht in einer sicheren und getragenen Verbindung heranwachsen. Das Baby muss einen Teil seiner Energie und Nährstoffe dazu verbrauchen, sich selbst zu schützen, indem es schon früh lernt, Rücksicht zu nehmen, sich zu verkriechen oder sich ganz still zu verhalten.

Wenn aber die werdende Mutter genug körperliche und zwischenmenschliche Ressourcen und Kraftquellen zur Verfügung hat, kann sie ihre eigenen Probleme als Eigene erkennen und wird diese nicht auf ihr Baby übertragen.

In der Emotionellen Ersten Hilfe und Bindungsorientierten Körperpsychotherapie arbeiten wir präventiv mit der Mutter, damit diese eine liebevolle, differenzierte und achtsame Bindung zu ihrem Ungeborenen, Baby, Kind, sich Selbst und Partner aufbauen kann.