
Über das Hören zu mehr Stabilität und Sicherheit im Leben
Save & Sound Protocol (SSP)
Das SSP ist eine Hörtherapie zur Regulierung des Nervensystems, die die soziale Bindung, das emotionale Wohlbefinden und die Resilienz fördert. Das SSP wurde von Dr. Stephen Porges, einem renommierten Neurowissenschaftler entwickelt und basiert auf seiner Polyvagal-Therorie, die erklärt, wie unser Nervensystem auf Sicherheit und Gefahr reagiert.
Ursprünglich wurde das SSP zur unterstützenden Behandlung von Menschen entwickelt, die an einer Autismus-Spektrum-Störung erkrankt sind. Die Praxis zeigt, dass das Anwendungsfeld viel breiter ist, etwa bei Angsterkrankungen, Panikattacken, Problemen mit der Affektregulation, Traumafolgestörungen, Entwicklungstraumata, ADS und ADHS, sozialen und emotionalen Schwierigkeiten, Geräuschempfindlichkeit und Überempfindlichkeit gegenüber anderen sensorischen Reizen und Konzentrationsstörungen.
Entwicklungstrauma
Heute gehen die Fachleute davon aus, dass sog. Entwicklungstraumata die Ursache für sehr viele psychische, sowie körperliche Probleme sind. Als Entwicklungstrauma bezeichnet man überwältigende Erlebnisse in der frühen Kindheit, die häufig sogar vorgeburtlich ihren Beginn haben.
Wie man heute bereits weiß, nehmen Kinder ab der ersten Schwangerschaftswoche Informationen aus ihrer Umgebung auf. So kann massiver Stress der Mutter bereits zu ersten Erschwernissen in der Entwicklung des werdenden Lebens führen. Aber auch die Umstände der Geburt, etwa durch Kaiserschnitt, oder Komplikationen unter der Geburt, oder medizinisch notwendige Eingriffe nach der Geburt, können durch die Trennung von der Bezugsperson zu erheblichen Traumatisierungen führen. Hierbei muss man wissen, dass die Trennung von der Bezugsperson vom Säugling subjektiv als akute Lebensbedrohung wahrgenommen wird. Säuglinge und Kleinkinder sind noch nicht in der Lage, ihr Nervensystem selbstständig zu regulieren. Diese Fähigkeit müssen Kinder in den ersten Lebensmonaten und -jahren durch Nachahmung der Bezugspersonen erlernen. Kommt es in dieser Zeit zu einer längeren Trennung von der Mutter, kann dies Störungen in der Entwicklung bewirken. Auch emotionale Vernachlässigung und nicht zuletzt auch körperliche oder seelische Gewalt führen zu massiven Traumatisierungen. Dadurch wird die Fähigkeit zur Selbstregulation erheblich beeinträchtigt. Dies hat weitreichende Folgen für das Leben der Betroffenen. Da die Selbstregulationsfähigkeit nicht richtig entwickelt ist, können diese Menschen emotionale Spannungen nur schwer aushalten. Sie reagieren dann entweder mit Unruhe, gesteigerter Aktivität und sogar Aggressivität oder am anderen Ende des Toleranzfensters können sie innerlich zusammenbrechen, erstarren, sind antriebslos oder flüchten in eine innere Welt. In der klinischen Praxis sehen wir dann beispielsweise Depressionen, ADHS, Burnout oder Angststörungen und Panikattacken. Auch die Anfälligkeit für Suchterkrankungen ist deutlich erhöht.
Schocktrauma
Neben dem oben beschriebenen Entwicklungstrauma, das sich über längere Zeit entwickelt hat, kann auch ein einzelnes, schreckliches, überwältigendes Erlebnis zu einer Traumatisierung führen. Dies kann etwa ein Verkehrsunfall, oder für die Person ein subjektiv überwältigendes Erlebnis sein. Man spricht hier von einem Schocktrauma. Auch beim Schocktrauma wird die Regulationsfähigkeit des Nervensystems beeinträchtigt. In der traumatisierenden Situation wurde das Nervensystem quasi überflutet mit Informationen und ist auf einem hohen Erregungspegel hängen geblieben. Kleinste Umweltreize, sogenannte Trigger, lösen dann sofort wieder ein Erleben aus, als wäre man wieder in der schrecklichen Situation.
Traumata beeinträchtigen das Gehör
Prof. Stephen Porges fand heraus, dass bei vielen Menschen, aufgrund einer traumatischen Erfahrung, die Mittelohrmuskulatur in ihrer Funktion eingeschränkt ist. Der Musculus Stapedius, der für die Spannung des Trommelfells und damit für die Einstellung der Empfindlichkeit des Gehörs zuständig ist, ist bei traumatisierten Menschen häufig in seiner Funktion eingeschränkt. Dadurch ist es für diese Menschen viel schwieriger bis unmöglich, die menschliche Stimme aus lauteren Umgebungsgeräuschen herauszufiltern.
Neben verschiedenen anderen Folgen, führt dies dazu, dass das autonome Nervensystem ständig Signale für Bedrohung empfängt und daher eher zum „Kampf- oder Fluchtmodus“ tendiert. Dies hat weitreichende negative Folgen, beispielsweise für soziales Miteinander, Konzentrationsfähigkeit oder die Selbstregulationsfähigkeit eines Menschen.
Wie das funktioniert
Modifizierte Musik: Das SSP nutzt speziell gefilterte Musik, um den Vagusnerv zu stimulieren, der für die Beruhigung des Nervensystems verantwortlich ist.
Vagus-Nerven-Stimulation: Die Musik soll den Vagusnerv stimulieren, was die Entspannung fördert, Stress abbaut und das soziale Engagement steigert.
Neuroception: Das SSP gilt dem Gehirn, Sicherheit zu erkennen, was zu einer Verringerung der auditorischen Empfindlichkeit und einer Steigerung des sozialen Engagements und der Widerstandsfähigkeit führt.
Vorteile
Verminderte auditorische Empfindlichkeit: Der SSP kann Menschen mit auditiver Empfindlichkeit oder Hyperakusis helfen, sich in lauten Umgebungen wohler zu fühlen.
Verbesserte emotionale Regulierung: Das Protokoll kann Menschen dabei helfen, ihre Emotionen besser zu steuern, was zu mehr emotionaler Intelligenz und Wohlbefinden führt.
Verbessertes soziales Engagement: Das SSP kann soziale Fähigkeiten wie Kommunikation, Empathie und Verbundenheit verbessern, indem es ein Gefühl von Sicherheit und Entspannung vermittelt.
Gesteigerte Widerstandsfähigkeit: Das Protokoll kann Menschen dabei helfen, Bewältigungsmechanismen zu entwickeln und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress und Widrigkeiten zu stärken.
Anwendung
Das SSP sollte nur in psychotherapeutischer Anbindung angewendet werden. Unter nachfolgendem Button gelangen Sie zum Erwerb der Zugangsberechtigung zum Programm.